Da für heute das beste Wetter unseres Aufenthalts in Marlborough angesagt war, hatten wir beschlossen, die Sounds vom Wasser aus zu erkunden und uns für die Mitfahrt auf dem Postboot des Pelorus Sound angemeldet.
unsere Route ab Havelook (mit Navionics aufgezeichnet)
Leider war das Wetter doch nicht so gut wie angekündigt, so dass nur die ganz Tapferen (wir!) die Fahrt auf dem offenen Oberdeck durchgestanden haben.
Für Wind und Wetter gerüstet
In den Sounds gibt es jede Menge scheinbar unberührter Landschaft, doch tatsächlich gibt es quasi in jeder Bucht ein oder mehrere Bewohner, die 2-3 mal pro Woche per Postboot versorgt werden, da die Häuser nur auf dem Wasserweg erreicht werden können.
Wasserhose!
Impressionen des Pelorus Sounds
Postboot wird sehnsüchtig erwartet
Leben im Pelorus Sounds
Gegen Ende unserer Fahrt haben wir dann tatsächlich noch ein Stück blauen Himmel gesehen.
Nach unserer Rückkehr in Havelock, der Stadt der Grünlippenmuscheln, haben wir uns dann noch dazu entschlossen, verschiedene Zubereitungsarten zu verköstigen und haben den Abend in Blenheim noch mit einem Spaziergang zum Rotary Outlook beendet.
Hafeneinfahrt nach HavelockBlick vom Rotary Outlook nach OstenBlick vom Rotary Outlook nach Westen
Marlborough, die Weinregion Neuseelands. Da wollen wir uns das Beste nicht entgehen lassen.
Bevor wir uns dem Genuss hingeben wollen wir, quasi als Alibi noch ein wenig ‚Kulturprogramm‘ absolvieren.
Peter Jackson hat in Blenheim ein kleines Aviation-Museum. Das lassen wir gleich mal ausfallen. Sieht alles sehr nach Kriegsspielzeug aus.
Stattdessen besuchen wir nebenan die Omaka Classic Cars. Hier werden Autos aus den Jahren 1950 – 1980 gezeigt.
Da wird so manche Erinnerung wach
Die grossen Jungs haben aber offenbar nicht nur alte Autos im Sinn. Pimpen ist hier wohl auch ein Geschäft.
Danach geben wir uns der Wein-Kultur hin. Wir laufen zur ersten Winery, die gerade mal 5 km entfernt ist. Nicht, dass diese die nächste wäre (auf dem Weg liegen rechts und links der Strasse eine neben der anderen), aber wir wollten diese, weil wir den einen oder anderen Wein von diesem Weingut aus Deutschland schon kannten.
Zuerst Lunch, dann Weinprobe
Am nächsten Tag ist das Wetter so mies, dass uns nichts anderes übrig bleibt, als noch drei weitere Weinproben nachzulegen.
Die aus Deutschland bekannten Erfahrungen wurden leider nicht bestätigtLunch, Probe und Wine-Shopping Excellenter ‚Pinot Gris‘, besonders der Rose
Das Weingut Gibson Bridge steht zum Verkauf. Wer wollte nicht schon immer mal ein eigenes Weingut haben.
Auf geht‘s zur Fähre, die uns zur Südinsel bringt. Auf der Karte ist bereits ersichtlich, daß uns die Fahrt durch die Marlborough Sounds führen wird.
Wir sind voller Erwartungen
Wellington macht uns den Abschied von der Nordinsel nicht so schwer
Bei diesen Bedingungen geht man doch gern
Während der Fahrt begleitet uns immer wieder mal ein Regenschauer und teilweise so kräftige Winde, dass das Aussichtsdecke zeitweise gesperrt wird.
Auf dem Unterdeck werden wir auf etwas eingestimmt, was uns gerade mal gar nicht interessiert.
Nein, darauf sind wir gerade nicht eingestellt
Als wir in die Sounds einfahren sind wir wieder vor dem Wind geschützt, sodass das Aussichtsdeck wieder freigegeben wird.
Uns erwartet zwar kein besseres Wetter aber eine tolle Aussicht. Die Schönheit der uns umgebenden Landschaft lässt sich in Worten (schließlich ist der Autor dieses Blogbeitrags kein Hermann Hesse) und Bildern (die Fotografin ist kein Ignacio Palacios) nicht wirklich beschreiben. Aber wir sind begeistert und freuen uns.
Nach einem kurzen Frühstück in Picton (da wir bereits um 7h aufbrechen mussten, hatten wir das in Wellington ausfallen lassen) ging es zu unserer Unterkunft für die nächsten vier Nächte.
Diese liegt in Blenheim mitten im Marlborough einer der Hochburgen des Neuseeländischen Weinanbaus. Also, nicht wundern wenn ihr in den nächsten Tagen nichts neues hier findet.
Wenn man schon einmal in der Hauptstadt ist, kann man sie natürlich nicht verlassen ohne sie eines angemessenen Blickes gewürdigt zu haben. Daher stand heute Sightseeing in Wellington auf dem Programm.
Belynda unsere Gastgeberin (wir hätten es übrigens nicht besser treffen können als bei Belynda und ihrem Mann Adam, die etwas außerhalb der City in Ngaio wohnen) hatte uns geraten den Weg zum Victoria Lookout zu Fuss zu wählen. Also haben wir uns entschlossen mit dem Bus in die City zu fahren (20 Min) und alles weitere per pedes zu erkunden.
Der Weg von der Waterfront, die uns heute begeisterte (am Donnerstag bei unserer Ankunft war es dort ziemlich leer und wirkte etwas trostlos), den dort blühte bei freundlichen 20° das Leben, zum Lookout war mit 200 Höhenmetern auf 2km recht knackig. Der Aufwand wurde allerdings mit einem phantastischen Blick über Wellington und Umgebung belohnt.
Wellington und Umgebung
Blick über den Hafen von Wellington
Auf dem Rückweg ging es dann an einem Drehort aus ‚Herr der Ringe‘ vorbei. Hier wurde die Szene gedreht in der sich die Hobbits vor den Schwarzen Reitern verstecken. Im Grunde wirkt der Ort sehr unscheinbar
Lediglich ein Zitat auf einer Bank
erinnert an die Dreharbeiten. Da wirkt der Wald drumherum vielerorts deutlich spannender
Da wir zwischen einem Kaffee und dem Abendessen noch reichlich Zeit hatten, haben wir einen 1,5 stündigen Abstecher in das Museum of New Zealand gemacht. Eine sehr weit gefächerte Ausstellung (der Eintritt ist, wie in vielen Museen und Ausstellungen in Wellington übrigens frei) zeigt spannende Dinge aus der Geschichte des Landes aber auch Moderne Kunst.
Eine spannende Installation über 2 EtagenMaorihandwerk in moderner Kunst
Zum Einkaufen, aber vor allem zum Bewundern eines multikulturellen Gemenges aus Architektur, Läden und Restaurants, aber auch Menschen lädt die Cuba Street ein.
Hier haben wir in Fidel‘s Cafe ein leckeres Abendessen eingenommen. Die Atmosphäre im Crumpet fanden wir am Donnerstag im Vorbeigehen schon sehr einladend, sodass wir uns hier noch einen Absacker gegönnt haben.
Auf Empfehlung von Belynda, unserer AirBnB Gastgeberin hatten wir uns für eine Twilight Tour in Zealandia angemeldet und beschlossen, dass wir dort bereits am Nachmittag herumwandern wollten.
In Zealandia ist man bemüht, die Zerstörung der Natur die seit der Einwanderung der Maori und der Europäer durch Ratten, Katzen, Opossums und natürlich Menschen verursacht wurden durch Aufforstung, Auswilderung und Schutz rückgängig zu machen. So hat man rund um das Areal einen Zaun errichtet, der Schutz vor Mäusen, Ratten, Wieseln, Katzen und sonstigen Tierarten, die man dort komplett entfernt hat.
Wir haben dabei viele Vögel beobachten können, den Kiwi konnten wir am Abend aber leider nur hören und riechen.
Ente (Grey Teal?)
Kaka
California Quail
Takahe
Kererū
Putangitangi
Putangitangi
Hedge Sparrow
Sparrow
Bellbird / Korimako
Amsel
Fantail
Alle meine Entchen
Pied shag / Karuhiruhi
Es gab aber auch andere Tiere zu entdecken:
Tuatara
Den natürlichen Regenwald konnte man bisher noch nicht komplett wiederherstellen, da von den Europäern durchgeführte Bewaldungen, die mit dem Bewuchs des Regenwaldes keine Symbiose bilden erst nach und nach wieder abgetragen werden müssen. Was man aktuell sieht ist dennoch unfassbar beeindruckend.
Für unsere Fahrt von Whanganui nach Wellington haben wir für die kürzeste Variante entschieden und nur am Nga Manu Nature Reserve einen Zwischenstopp eingelegt. Neben einem Buschwalk, wo wir die Vögel eher hören als sehen konnten, aber die Natur durchaus sehenswert ist, haben wir diverse Vögel gesehen, darunter unseren ersten Kiwi (im Nachtgehege, daher gibt es für den Kiwi heute leider kein Foto).
Urwald im Nga Manu Nature Reserve
Parasitärer Bewuchs
Vögel, die Rainer fotografiert hat (waren groß und liefen nicht weg)
Vögel, die Heike fotografieren konnte
Kereru
Weka (Bird of the year 2019]
Ente gut
mein lieber Schwan
Kea
Kakariki
Kaka
Ein großer Spaß war tatsächlich das Entenfüttern:
der Entenfänger von Nga Manu
Nach unserer Ankunft in Wellington bei unserem wunderschönen Tui Birdsong AirBnB konnten wir dann noch die Fütterung der Tuis im Garten beobachte, bevor wir den Abend in Wellington Downtown (hier im wahrsten Sinne des Wortes) ausklingen ließen.
Für heute war ein entspannter Tag in Whanganui angesagt. Also Wäsche waschen, Auto checken (der Wassertank leckt), Blog aktualisieren und die Stadt erkunden. Whanganui ist eine der ältesten Städte Neuseelands und besitzt als besondere Attraktion einen 100 Jahre alten Aufzug mit dem man Darie Hills, einen höher gelegenen Stadtteil erreichen kann.
Also statt dieser Treppe
geht man durch diesen Tunnel (mit Echo!) und am Ende den Aufzug nach oben.
Dann geht es weiter 176 Stufen nach oben auf diesen Turm
War Memorial Tower Whanganui
um die Aussicht zu bewundern
Whanganui ist eine sehr kunstgeprägte Stadt mit Museen und Galerien, die wir aufgrund des Wetters nur von außen bewunderten.
Der Ausgangspunkt für unsere heutigen Wanderungen war das Dawson Falls Visitor Center. Unsere erste Wanderung ging über den Ridge Track Loop zu den Wilkie Pools.
Unsere Video Experte im Einsatz
hier das Ergebnis
Immer ein Vulkan im Hintergrund – Mount Egmont (Taranaki)
Der Rollstuhl taugliche Weg zurück führte durch einen Urwald mit moosbehangenen Bäumen.
Märchenwald mit kleinen Wasserfällen
Unsere zweite Wanderung ging natürlich zu den Dawson Falls (keinen Wasserfall auslassen!).
Über den Forgotten World Highway ging es zurück zur Westküste. Auf diesem Highway mag man sich vielerorts vorstellen, wie Neuseeland vor der Besiedlung ausgesehen haben mag. Grosse Bereiche rechts und links der Strasse erscheinen so ursprünglich, dass man sich nicht wundern würde, wenn plötzlich ein Dinosaurier auf der Strasse stehen würde.
Irgendwie hat man wohl auch irgendwann vergessen, die Strasse fertig zu bauen. So fährt man dann mittendrin auf einem 11 km langen Stück Schotterstraße.
Dieser Tunnel ist, obwohl mehr als 100 Meter lang immer nur in eine Richtung befahrbar.
Hier heißt es vor der Einfahrt: Erst einmal prüfen, ob schon belegt
Ohne Abstecher zu einem Wasserfall ging es natürlich auch heute nicht:
Der höchste Wasserfall der Nordinsel – 74 Meter
Im weiteren Verlauf der Fahrt führte uns der Weg durch die Republik Whangamomona. Dieser Ort sollte im Jahre 1989 im Rahmen einer Gebietsreform in 2 Teile aufgeteilt werden. Bei einer Einwohnerzahl von gerade einmal 189 Personen entschloss man sich daher eine eigenständige Republik zu gründen. Erster Präsident war eine Ziege, da diese bei der Wahl sämtliche Stimmzettel aufgefressen hatte.
Wer in Neuseeland am lautesten blökt hat trotzdem noch lange nicht recht:
Die Creels Lodge in Tongarino war ein guter Ausgangspunkt für eine Wanderung im Tongariro Nationalpark. Unsere sollte uns zu den Taranaki Falls führen. Die Gipfel der Vulkane des Parks ragten dabei surreal über die Landschaft.
Mount RuapehuMount NgauruhoeTaranaki Falls
An den Falls konnten wir dann noch die hervorragende Ausstattung der neuseeländischen Wanderwege bewundern.
WC am Taranaki Falls – mitten im nirgendwo
Danach rief der Berg, denn die Bruce Road ging noch weiter bergauf zur Talstation des Sky Waka, einer recht neuen Gondelbahn der Südtiroler Firma Leitner. Mit dieser fuhren wir dann rauf ins Whakapapa Skigebiet, in dem sich noch einige unermüdliche Skifahrer tummelten.
Nicht nur die Skifahrer waren in kurzen Hosen unterwegs.